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  • Laura Kristin Fink

Nervensystem regulieren und deine Komfortzone erweitern: Das Stresstoleranzfenster



Der Zustand unseres Nervensystems beeinflusst maßgeblich wie wir die Welt und uns in ihr wahrnehmen, welche Gedanken wir produzieren, welche Handlungsoptionen wir sehen, und welche Beziehungen wir führen.



Ein reguliertes Nervensystem


In einem regulierten Nervensystem pendeln wir im Laufe eines Tages zwischen Momenten der Aktivierung und Entspannung hin und her. So verlangt uns der Alltag zum Beispiel ab uns körperlich zu betätigen, zu kognitiven Höchstleistungen aufzufahren, oder wir regen uns einfach ganz banal über irgendetwas auf. Und das alles wieder gefolgt von entspannten Momenten, Pausen und Entschleunigung.


Unser autonomes Nervensystem reguliert sich perfekt entsprechend dem, was für den Moment benötigt wird. Brauchen wir gerade unsere volle Muskelkraft und vermehrte Blutzirkulation? Kein Problem. Können wir nach unserem Mittagessen ein bisschen die Beine hochlegen und entspannt verdauen? Prima. Nach einer starken Aktivierung kehren wir Dank unserem autonomen Nervensystem wieder bald zu unserem Wohlfühlniveau zurück, und auch aus einer Unterstimulation regelt uns unser Nervensystem wieder heraus.


Wenn wir uns das Ganze also bildlich vorstellen, haben wir ein recht breites Spektrum vor uns, durch das wir uns im Verlauf des Tages fließend bewegen. Wir haben zwar ein Wohlfühlniveau in diesem Spektrum, zu dem wir auch immer wieder zurückkehren, aber wir können gut damit umgehen, wenn gerade einmal mehr Stress aufkommt oder weniger Aktivierung gefragt ist.



Ein dysreguliertes Nervensystem


Ist unser Nervensystem hingegen dysreguliert, sieht das Ganze ganz anders aus. Im Kern bedeutet es dann stets, dass das eben genannte Spektrum deutlich kleiner ist. Wir sprechen hier auch vom sogenannten Stresstoleranzfenster. Das heißt, wir haben Schwierigkeiten mit mehr Aktivierung umzugehen, und auch mehr Entspannung halten wir oft nur schwer aus.


Zeigen kann sich das z.B. daran, dass wir bei jeder Kleinigkeit die von uns verlangt wird, gereizt oder überfordert reagieren. Gleichermaßen kann sich ein geringeres Stresstoleranzfenster auch z.B. daran zeigen, dass man Schwierigkeiten hat Ruhe auszuhalten und man sich unterbewusst z.B. immer beschallt. Die Symptome sind hier vielfältig, gemein ist ihnen aber wie gesagt, dass alles was minimal vom Wohlfühlniveau des Nervensystems abweicht, schnell zu Nervosität führt. Dem Nervensystem fehlt schlichtweg die Kapazität und auch die Flexibilität.


Meist ist der durchschnittliche Zustand des dysregulierten Nervensystems zudem wie festgefahren, und wir befinden uns dauerhaft in einer zu großen Aktivierung oder manchmal auch Unterstimulation.


Außerdem verläuft der Wechsel zwischen den Aktivierungsniveaus in einem dysregulierten Nervensystem häufig weniger geschmeidig als in einem regulierten Nervensystem. D.h. wir fahren vielleicht aus dem Nichts an die Decke, oder beginnen unsere friedvolle Beziehung plötzlich zu sabotieren, weil wir uns zu weit von unserem Wohlfühlniveau entfernt haben. All das läuft selbstverständlich autonom und nicht bewusst ab. Das autonome Nervensystem dient unserem Überleben und hat quasi immer Vorfahrt vor rationalen Überlegungen, etc.



Wie voll ist dein Glas?


Du kannst dir das Stresstoleranzfenster auch gut wie ein Glas vorstellen, das mit Flüssigkeit gefüllt ist. Das Glas eines dysregulierten Nervensystems ist hier schon sehr weit gefüllt. Wenn jetzt noch mehr Flüssigkeit dazu kommt, droht das ganze System überzulaufen.


Was wir nun ermöglichen, wenn wir beginnen unser Nervensystem zu regulieren, ist

  • die Vergrößerung dieses Glases (sprich, einer Erweiterung deines Stresstoleranzfensters, damit du insgesamt einfach mehr „handlen“ kannst)

  • das Abtragen der Flüssigkeit im Glas (dadurch, dass wir den Dingen in dir Raum geben, können sie sich anfangen zu lösen) und

  • eine Stärkung deiner Kompetenzen, damit sich keine weitere Flüssigkeit ansammelt, sondern du souveräner mit neuen Inputs umgehen kannst.


Vor einem blauen Hintergrund steht ein Glas Mineralwasser mit etlichen Zitronenscheiben, Tropfen fliegen aus dem Glas


Eine Regulation des Nervensystems kann kraftvolle Veränderungen in Gang setzen und alte Muster wie Selbstsabotage und Co. überflüssig werden lassen.


Wenn du dir hierbei Begleitung wünschst, ist vielleicht mein 1:1 Coaching-Paket etwas was dich anspricht. Ich freue mich schon jetzt auf deine Kontaktaufnahme!

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