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  • Laura Kristin Fink

Chancen und Grenzen von Mindset-Arbeit


Meine ersten persönlichen Durchbrüche in Sachen Persönlichkeitsentwicklung hatte ich, ganz klassisch, durch die Arbeit mit Glaubenssätzen. Mich und meine Muster zu analysieren, zu verstehen, einordnen und greifen zu können, hat mir damals unfassbar geholfen. Ein echter Game-Changer wurde für mich dann das sogenannte „Reprogramming“, also das Umprogrammieren / Überschreiben veralteter Glaubenssätze.


Hierbei widmet man sich für mindestens 21 Tage (so lange benötigt das Gehirn im Schnitt um neue Verschaltungen aufzubauen und wirklich zu etablieren) einem Glaubenssatz, der ausgedient hat und belegt das entsprechende Gegenteil. In diesem Prozess löste ich mich von so vielen Annahmen, die schlichtweg nicht weiter haltbar waren, und ersetzte sie durch eine liebevolle Offenheit, die mich seitdem begleitet.


Zu überprüfen mit welchen Gedanken und Einstellungen man eigentlich die ganze Zeit unbewusst durch’s Leben geht, und mit Werkzeugen wie dem Reprogramming hier für bewusste Veränderung zu sorgen, kann aus meiner eigenen Erfahrung wirklich weltbewegend sein. Diese Art der Arbeit ermächtigt und befreit.


Doch sie kennt auch ihre Grenzen. Denn wer nur auf die Optimierung seines Mindsets aus ist, übersieht mal mindestens einen anderen wichtigen Teil unseres menschlichen Daseins: unseren Körper. Wenn wir uns ihm nicht zuwenden, leben wir für meinen Geschmack etwas einseitig. Außerdem können wir unser volles Potential erst dann ausschöpfen, wenn wir ihn in unsere Prozesse mit einbeziehen. Oft steht er ihnen ansonsten sogar im Wege.



Eine Bronze-Statue eines nackten Mannes in nachdenklicher Sitzposition, vor weißer Wand


Sagen wir, du hast dir vorgenommen öfter „Nein“ zu sagen. Du hast bereits auf Verstandes-Ebene damit gearbeitet, dass niemandem geholfen ist, wenn du dich aufopferst, wenn du über deine eigenen Grenzen steigst oder dich zu Dingen verpflichtet fühlst, die so gar nicht mit deinen Bedürfnissen übereinstimmen. Es ist dir total schlüssig und klar: ab jetzt wird öfter „Nein“ gesagt!


Kommt es nun zu einer Situation, in der du früher zähneknirschend „Ja“ gesagt hättest, ist es gar nicht unwahrscheinlich, dass du es auch dieses Mal tun wirst. Das liegt nicht daran, dass ich dir keine Veränderung zutraue, sondern einzig und allein an deinen guten Gründen und deinen Nervensystem-Zuständen.



Alte Muster wiederholen sich


Solange noch nicht tief begriffen werden konnte, warum wir bestimmte Muster in uns tragen, und solange noch nicht auf Ebene des Nervensystems Regulation und Balance rund um diese Muster ermöglicht wurden, werden sie sich erfahrungsgemäß wieder und wieder automatisch abspulen. Da kann der Kopf noch so sehr wollen - in gefühlten Gefahrensituationen übernimmt der Körper das Zepter und ruft alte Gedanken / Emotionen / Handlungen ab. Hier also nur auf Verstandes-Ebene und z.B. mit Affirmationen Abhilfe schaffen zu wollen, wird erfahrungsgemäß nicht die Erfolge erzielen, die man sich wünscht.


Für nachhaltige, ganzheitliche Transformation, neue Erfahrungen und ein Aussteigen aus alten Mustern bedarf es der Zuwendung zu unserem Körper, da wir hier Einflussmöglichkeiten haben, an die wir bloß mit unserem Verstand gar nicht heran kommen.

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