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  • Laura Kristin Fink

Weniger Pushen, mehr Empfangen

Wie dein Nervensystem den Ton angibt.



Ich selbst bin lange Zeit dem Glauben aufgesessen, dass ich nur genug Wollen und "Pushen" muss, um meine Ziele zu erreichen. In unserer Gesellschaft, und lange nicht mehr nur in der westlichen Welt, wird ein gewisses Maß an Produktivität nicht nur erwartet, sondern auch klar eingefordert. Wer nicht leisten kann oder möchte, gilt schnell als „faul“ oder „krank“. Das schafft einen enormen gesellschaftlichen und persönlichen Druck, dem man sich nur schwer entziehen kann.



Nahaufnahme eines Buttons mit der Aufschrift "Push"


Leicht passiert es da, das wir über unsere Grenzen gehen, und das auch dauerhaft. Unser Stressniveau ist insgesamt so hoch, dass sich immer mehr Menschen in Burnout und anderen schwerwiegenden Erkrankungen wiederfinden. Dass sich hier in den kommenden Jahren gesamtgesellschaftliche Werte (von Profitmaximierung hin zu mehr Nachhaltigkeit) verändern dürfen, mehr Achtsamkeit in die Arbeitswelt und die sozialen Geflechte einziehen darf, sowie mehr Prävention und Hilfsangebote geschaffen werden sollten, scheint daher nicht mehr nur eine notwendige, sondern fast schon unausweichliche Forderung zu sein.



"Pushen" und Nachhaltigkeit


Aber zurück zum Persönlichen. Wir glauben oft, dass uns „Pushen", also das Investieren all unserer Kraft in eine bestimmte Sache, voran bringen mag. Und keine Frage - das kann es! Manchmal ist diese Art der Investition auch ganz klar gefragt und sinnvoll. Doch darf auch die Frage gestellt werden, wie nachhaltig das Ganze sein kann. Ist es denn möglich diese Energie langfristig aufrecht zu erhalten oder würden wir dann ausbrennen? Stecken wir all unsere Energie in nur einen Lebensbereich und alle anderen bleiben auf der Strecke?


Sagen wir, wir wollen eine gewisse Distanz zu Fuß bewältigen. Zunächst scheint es so, dass wir das Ziel am schnellsten erreichen können, wenn wir einfach alles geben. Doch wer dann direkt lossprintet, findet sich wahrscheinlich eher außer Puste oder mit Verletzung hinter der nächsten Abbiegung wieder, das Ziel noch immer in weiter Ferne.


„Es sollte noch eine andere Möglichkeit geben, sich durchs Leben zu bewegen. Eine mit mehr Balance, Rücksicht, Pausen, Achtsamkeit und demnach Nachhaltigkeit.“, dämmerte es mir.


Ich begab mich mit dieser Erkenntnis damals, ohne dass ich das Ausmaß schon begreifen konnte, auf meinen persönlichen Weg des Loslassens, und begann mehr und mehr in einen Zustand des vertrauensvollen Empfangens zu kommen.



Das Nervensystem als Game-Changer


Essentiell für diese Veränderung war der Zustand meines Nervensystems. Denn erst wenn wir uns in Sicherheit fühlen, können wir wirklich vertrauen, offen sein und Dinge für uns annehmen. Solange wir uns hauptsächlich im oben beschriebenen allgegenwärtigen Stress bewegen und uns damit regelmäßig quasi im „Survival-Modus“ wiederfinden, ist es gar kein Wunder, dass wir als einzige Möglichkeit das „Pushen“ und „Hustlen“ sehen, vielleicht auch dann und wann die Ellbogen ausfahren. Schließlich müssen wir ja sehen wo wir bleiben, oder?


Eine Transformation auf Ebene des Nervensystems jedoch, macht dieses permanente Erreichen-Wollen, plötzlich gar nicht mehr notwendig. Ist unser Nervensystem regulierter, können wir nicht nur mit Stress wesentlich souveräner umgehen und haben insgesamt mehr Energie zur Verfügung, sondern wir haben auch viel mehr Raum, Dinge abzugeben, zu vertrauen, und uns für Neues zu öffnen.


Der Zustand unseres Nervensystems spielt also eine enorme Rolle für unsere Perspektiven aufs Leben, die Arbeitswelt, unseren Selbstwert etc.

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