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  • Laura Kristin Fink

Warum du nicht jeden Weg alleine gehen kannst

Oder: Die Kraft der Co-Regulation


Mit Freude nehme ich wahr, wie sich das Wissen über unser Nervensystem mehr und mehr verbreitet. Klasse, weil wir so die Chance haben uns ganzheitlicher wahrzunehmen. Wir sind schließlich weitaus mehr als unsere Ratio. Uns unserem Körpersystem zuzuwenden, birgt unglaubliches Potential.



Arbeit mit dem Nervensystem - Do it yourself!


Wer sich beginnt für das Thema Nervensystem zu interessieren, findet schnell auch Übungen und Tipps zur Selbstregulation. Alles womit wir unserem Nervensystem Gutes tun können, lässt sich auch erst Mal auf eigene Faust erkunden.


So kannst du z.B. ganz einfach Stress aus deinem System nehmen, indem du trinkst, isst, oder zur Toilette gehst, wenn dich dein Körper dazu auffordert. Deinen Körper mit seinen Bedürfnissen und Impulsen insgesamt mehr wahrzunehmen und auf all das einzugehen, ist Gold wert.



Alleine an seine Grenzen kommen


Doch je nachdem in welchem Zustand wir uns gerade befinden (ich erinnere da gerne an das Stresstoleranzfenster), stehen wir hier vielleicht bald vor ganz schönen Herausforderungen.


Wer bislang keine Routine hat im „sich wahrnehmen“, sich aus alten Prägungen heraus selbst eher misstraut, oder wem schlichtweg sichere Zugänge zum eigenen Körper fehlen, dem ist nicht wirklich geholfen mit der Devise „spüre dich mehr!“. Wer aufgrund seines Nervensystem-Zustands insgesamt wenig, oder übermäßig viel wahrnehmen kann, wird wohl Schwierigkeiten haben mit generischen Aussagen und Tools. So kraftvoll sie auch alle sein mögen:



Nervensystem-Arbeit ist immer hoch individuell



Gerade für Menschen, die sich häufig außerhalb ihres Stresstoleranzfensters befinden, und sich mit den Symptomen eines dysregulierten Nervensystems konfrontiert sehen, kann es unbeschreiblich kraftvoll sein auf ihrem Weg Co-Regulation zu erfahren.



Zwei junge Menschen mit braunem langem Haar liegen sich vertraut in den Armen, wir sehen sie von hinten, im Hintergrund ein Wald

Unter Co-Regulation können wir vereinfacht gesagt die Möglichkeit verstehen, uns an den Nervensystem-Zustand eines Gegenübers anzupassen. Dies geschieht im Alltag bereits ganz ohne unser Zutun. So lassen wir uns vielleicht leicht von der Verärgerung eines Mitmenschen anstecken, oder gleichsam von seiner Ruhe und Gelassenheit in einer für uns akut stressigen Situation. Diese fantastische Eigenschaft unseres Nervensystems lässt uns Verbundenheit erleben und hilft uns zugleich aus Zuständen der Über- oder Untererregung wieder herauszukommen.



Um wirklich erfolgreich auf Ebene des Nervensystems zu arbeiten, ist das Erleben einer guten Co-Regulation damit eigentlich unabdingbar. Denn wir brauchen Verbundenheit untereinander nicht nur für korrigierende Erfahrungen, sondern auch um uns erst Mal zurück in einen Zustand der Sicherheit zu bewegen. Von hier aus kann dann echte Transformation stattfinden: verkörpert, verbunden, sanft und sicher.

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